Vorbereitungen für eine Reise der anderen Art
Da mein Blog ja sogar den Ausdruck "Traveller" im Namen hat, diesmal ein Bericht über eine Reise der ganz anderen Art
Wie der tiefe Bass eines kurz vor dem Ausbruch stehenden Vulkans, lässt die Macht des Mantras den morgendlich noch müden Geist erbeben. Jetzt bin ich tatsächlich wach, und fasse mir an die Kopfhörer, während ich im Zug zur Arbeit fahre. Das Mantra dröhnt regelmäßig zwischen sphärischen Klängen. Die Augen geschlossen, und trotzdem einen Sturm von Blitzen auf einem dunkelblau-roten Firmament wahrnehmend. Das Schaukeln des fahrenden Zuges erledigt den Rest. Die 31 Minuten des Meditations-YouTube-Videos passen perfekt zur Fahrdauer. Es ist auch keine Störung der Ruhe durch den Schaffner zu erwarten. Die Fahrkarte wurde bereits gecheckt.
Es soll ein besonderer Tag werden.
Es ist an der Zeit, meine erste außerkörperliche Erfahrung nicht nur bewusst wahrzunehmen, sondern auch erstmals tief in mir zu speichern und immer wieder abrufbar zu machen.
Nachdem ich schon am Vortag begonnen habe, kein Fleisch oder schwer verdauliches Essen mehr zu mir zu nehmen und bei jeder sich bietenden Möglichkeit ein Glas Wasser zu trinken, war für mich der logische nächste Schritt, die eine oder andere Meditation in den 48 Stunden vor der mit Spannung erwarteten „Astralreise“ zu genießen.
Übrigens, Reiseleitung und Koordination durch Anika, die mir für all diese Vorbereitungen mit Rat und Tat zur Seite stand und mir damit die Sicherheit gab, dass es diesmal klappen wird. Geht es doch auch darum, die letzten 48 Stunden vor Abreise, all diese kleinen Abläufe in den Arbeitstag zu integrieren.
Also versuchte ich, die Arbeit so ruhig wie möglich hinter mich zu bringen, immer ein Glas Wasser in der Nähe zu haben, und nur noch leichte Snacks zu mir zu nehmen.
Auch im Zug retour nach Hause ein wenig meditieren und die Vorfreude auf die kommende Nacht aufbauen.
Die Nacht kam schneller als erwartet. Eine ausgiebige Runde mit unserem Malteserrüden half, einen runden Tagesabschluss zu finden.
Punkt 22 Uhr ließ ich mich ins Bett fallen, vorher schon den Wecker auf 2:30 Uhr gestellt. Dies stellte sich als nicht notwendig heraus, wachte ich exakt um 2:27 Uhr wie von Geisterhand berührt alleine auf. Dann mitten in der Nacht, Licht aufgedreht, einen großen Schluck vom Wasserglas genommen, die Toilette besucht und nochmals die 31 Minuten Meditation genossen. Danach die Ohrhörer aus den Ohren genommen, das Licht abgedreht und mir im Bett eine bequeme Position gesucht und... nicht mehr bewegt.
Irgendwann, ganz sanft merkte ich, wie mein Körper immer tiefer in der Matratze versinkt. Ein Gefühl, als würde jeder Körperteil nacheinander eine Tonne wiegen und mich immer tiefer hinabziehen. Doch dann, mitten während des Versinkens, eine Hand, die die meine ergreift und mich mit einem Ruck aus meinem Körper, gleich einer Rakete beim Start in unendliche Weiten reißt.
Der Beginn einer teils wilden Jagd durch phantastische Landschaften, teils ruhiger Spaziergänge auf bekannten Plätzen, gespickt von Treffen mit bekannten und unbekannten Seelen. Alles klar und bewusst.
Ein Traum wurde wahr.
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